eSports – das große Geschäft der digitalen Turniere

Im Zeichen der Games Week Berlin 2016 wird eines sehr deutlich: Computer- und Konsolenspiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und mit ihnen die Kommerzialisierung in all ihren Facetten. Neben dem Vertrieb von Spielen, Filmen und Merchandise sind vor allem Turniere für die Spielehersteller interessant geworden. Unter dem Stichwort eSports ist das auch ein Schwerpunktthema der diesjährigen Games Week.

eSports füllen große Stadien und Livestream Channels

Die großen eSport Turniere, die sich vor allem um Spiele wie „Dota“ oder „World of Warcraft“ drehen, stellen immer wieder neue Rekorde in Sachen Zuschauerzahlen und Preisgelder auf. So sahen zum Beispiel bei dem „League of Legends: The Season 3 World Championship“ gleichzeitig mehr als 8,5 Millionen Fans zu. Insgesamt nahmen mehr als 32 Millionen Zuschauer am Event teil. Das höchste Preisgeld wurde für ein Spielerteam von „Dota 2“ vergeben. Die Spieler gewannen insgesamt 10 Millionen Dollar. Zahlen, die ohne Frage die hohe Relevanz von Turnieren zeigen. Kein Wunder also, dass erst kürzlich der Fußballverein VfL Wolfsburg einen eSportler als Sponsor bei einem Fifa Turnier unterstützt hat. Die Spieler trug passend ein Trikot des Vereins und spielte auch während des Turniers ausschließlich für das Team des VfL Wolfsburg. Wo viel Geld winkt, ist aber der Betrug bekanntlich nicht weit.

Doping – wie in jedem anderen Sport auch

Eine zunehmende Professionalisierung und der steigende Konkurrenzkampf in der Branche führen zu Problemen, die ebenfalls andere Sportarten bewegen. Im letzten Jahr sorgte ein Interview mit dem Counter-Strike-Spieler Kory „Semphis“ Friesen für viel Aufregung. Nonchalant gab er zu, mit seinem Team verschreibungspflichtige Medikamente zur Behandlung von ADHS während der Turnierzeit zu konsumieren. Dieses Medikament fördert neben der Konzentration auch die euphorische Stimmung. Die Konsequenz: Veranstalter der Turniere wollen sukzessive Doping-Kontrollen in Zusammenarbeit mit der Nationalen Doping Agentur einführen.

Werbeverträge, Trainings-Camps und Teamgeist

Das gesamte Thema eSports unterscheidet sich kaum noch von traditionellen Sportarten wie Fußball oder Basketball. Meist treten die Spieler als Teams an, mit eigenem Management, Aufgabenverteilung und Teamhäusern. Die hohen Summen der Preisgelder und vor allem auch die Sponsoren- und Werbeverträge zwingen die Teams zu dieser Professionalität, um im harten Konkurrenzkampf zu überstehen. Ob dabei der Gedanke des Spielens im Vordergrund steht? Das kann wohl jeder nur für sich selbst entscheiden.

 

Foto: Sam Churchill on flickr

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