Investigativer Journalismus auf Voice Republic

Welche Aufgabe hat investigativer Journalismus?

Durch die kürzlich in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Panama Papers ist das Thema investigativer Journalismus wieder in aller Munde. Auch der große Erfolg des Oscar-prämierten Films Spotlight zeigt das Interesse an dieser Form des Journalismus. Sie setzt sich durch intensive Recherche und politisch relevante Themen deutlich von all den Livetickern, den Click-Baits und dem Boulevardjournaismus ab. Der investigative Journalismus will zeigen, dass die Medien ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als Gegenpol zu Staat und Wirtschaft durchaus gerecht werden können. Wie bei den Panama Papers oder im Falle der NSA-Affäre gehen investigativer Journalismus und Whistleblowing oft Hand in Hand, da Whistleblower eine wichtige Quelle für Journalisten sind.

 

Panama Papers: Investigativer Journalismus, die „Lügenpresse“ und das Zeitalter der Big Leaks

Die Menschenrechtsanwältin Renata Avila und die investigativen Journalisten Frederik Obermaier (Süddeutsche Zeitung) und Max Hoppenstedt (Motherboard, Vice) diskutieren in der 30-minütigen re:publica-Session über die Rolle des investigativen Journalismus in einer Zeit, in der das Vertrauen in die Medien immer mehr schwindet. Welche Strategie kann für Publikationen von Leaks funktionieren? Wie sieht die Zukunft des Whistleblowing aus? Zehn Jahre nach der Gründung von Wikileaks haben viele Medien Wege zum Empfang und Umgang mit sensiblem Material gefunden. Organisationen wie CORRECT!V, ProPublica und ICIJ erforschen neue Wege und auch neue Finanzierungsmöglichkeiten für den investigativen Jornalismus.

Greenpeace und die TTIP-Leaks

Transparenz ist unabdingbar für eine Demokratie. Aber gerade bei dem umstrittenen Handelsabkommen TTIP fehlt es an dieser Transparenz. Die sogenannten TTIP-Leaks sorgten für viel Aufregung und für eine immer weiter schwindende Akzeptanz für TTIP in Europa. Die Pressestelle von Greenpeace Niederlande hatte die zuvor geheimen TTIP-Unterlagen veröffentlicht. Auf der re:publica TEN äußerte sich zum ersten Mal Greenpeace Deutschland in einem öffentlichen Pressekonferenz zu den Enthüllungen. Laut Greenpeace zeigen die TTIP-Leaks vor allem eines: dass die eigentlich recht hohen europäischen Umwelt- und Verbraucherschutzstandards zunehmend in Gefahr sind.

Edward Snowden beim Logan CIJ Smposium

Eine ganze Konferenz, die sich dem investigativen Journalismus widmet, ist das Logan CIJ Symposium, das im März in Berlin stattfand. Whistleblower, Hacker, investigative Journalisten und Netz-Aktivisten trafen sich und diskutierten unter dem Motto „Challenge Power“ über Zensur, Geheimhaltung und Überwachung. In einem Live-Call mit dem Berliner Publikum machte Edward Snowden selbst seinem Ärger Luft. Er prangerte die angeblichen Demokratien an, in denen Whistleblower kriminalisiert werden, obwohl sie einen unentbehrlichen Dienst an der Gesellschaft leisten.

WikiLeaks und Co. – neue Formen des investigativen Journalismus

Während die meisten Mainstream-Zeitungen derzeit eher ums Überleben kämpfen als sich mit investigativem Journalismus beschäftigen zu können, entwickeln sich andere Plattformen und Möglichkeiten unbequeme Fakten zu enthüllen. Einige davon, wie WikiLeaks als prominentestes Beispiel, haben es geschafft, sich zu etablieren und deutlich zur politischen Debatte beizutragen. Mit einer Vielzahl von Ansätzen versucht man, den Zugang zu kritischen Informationen herzustellen. Referenten aus Afrika, Südamerika und Europa zeigten in dieser Session des Logan CIJ Symposiums radikale neue Methoden des investigativen Journalismus. Mit Jacob Appelbaum, Eveline Lubbers (Secret Manoeuvres), Nafeez Ahmed, Natalia Viana (Agência Pública), Martin Welz (Noseweek) und Anas Aremeyaw Anas.

Wie neue investigative Plattformen funktionieren

Scheinbar jede Woche entstehen im Internet neue Plattformen: sowohl von etablierten Medien geförderte als auch durch Philanthropie oder neue Erlösmodelle unterstützte Organisationen. Viele Experten sind der Meinung, dass es zum ersten Mal seit Jahren des Rückgangs nun wieder ernsthafte unabhängige Berichterstattung gibt. Ein ganz neues journalistisches Repertoire ist dabei dich zu entwickeln. Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Simona Levi, Edwy Plenel (Mediapart) und Rob Wijnberg (De Correspondent) sind selbst Gründer und Mitarbeiter von Plattformen, die mit neuen Formen der Berichterstattung experimentieren und diskutieren in dieser Session beim Logan CIJ Symposium, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind.

 

Foto: Dennis Skley on flickr

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