NSU und Rechter Terror in Deutschland

Nicht erst seit dem letzten Wochenende muss man sich fragen, was eigentlich in unserem Land los ist. Im Rahmen der Herausforderungen der Flüchtlingskrise wird einmal mehr deutlich, dass ein nicht unbedingt großer, aber sehr lauter Mob alte Parolen der Nazi-Zeit aus der Schublade zieht. Brennende Flüchtlingsheime, Beleidigungen und rechtspopulistische Redner bestimmen zunehmend die Abendnachrichten.

Der rechte Terror der NSU

Nach den rechtsradikalen Übergriffen in den frühen 90er Jahren zog vor allem der Nationalsozialistische Untergrund (kurz NSU) die Aufmerksamkeit auf sich. Zwischen 1999 und 2008 verübte die terroristische Gruppierung mehrere Morde, Raubüberfälle und Anschläge. 2012 stellte sich dann das mittlerweile prominenteste Mitglied des NSU, Beate Zschäpe. Seit 2015 läuft ein zermürbender Prozess.

Auch Vertreter aus Kultur, Literatur und Medien diskutieren nach wie vor über den rechten Terror. Vor allem mit den erneuten Gewaltausbrüchen gegen Flüchtlinge in diesen Tagen ist das Thema aktueller denn je. Auf Voice Republic finden sich spannende Diskussionen und Informationen zum NSU, dem rechten Terror und der aktuellen Lage.

Wolfgang Schorlau im Gespräch mit Gregor Gysi: Ein Krimi vor dem Hintergrund der NSU-Morde

Wolfgang Schorlau hat mit seinem jüngsten Buch »Die schützende Hand« einen Kriminalroman vor dem Hintergrund der NSU-Mordserie geschrieben.  Bekannt ist Wolfgang Schorlau für seine brisanten und gründlich recherchierten Krimis. Er greift den Fall auf und stellt die entscheidenden Fragen, die auch die mediale Öffentlichkeit beschäftigen. Die Ergebnisse sind spektakulär und haben bereits dazu geführt, dass Wolfgang Schorlau im NSU-Ausschuss das Landtages von Baden-Württemberg gehört wurde. Beim Berliner Lesemarathon Stadt Land Buch las der Autor kurz aus seinem Buch und erzählte anschließend im Gespräch mit Gregor Gysi über die Ergebnisse seiner Recherchen und die Merkwürdigkeiten, die sich dabei ereignet haben.

Rechter Terror: Strukturen, Vernetzung und Gefahren bei Neonazis in Thüringen, Bayern und Oberösterreich

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) konnte jahrelang nahezu unbehelligt eine Spur des rechtsextremen Terrors durch Deutschland ziehen. Möglich wurde dies durch das systematische Versagen der rechtsstaatlichen Organe und durch ein dichtes Netzwerk von neonazistischen Organisationen und Einzelpersonen.

Zusammen mit dem Aufdecken des rechtsextremen Hintergrunds der Mordserie rückten somit auch die Strukturen in Deutschland und im Ausland ins Blickfeld, die ein erhebliches Gefahrenpotential bergen. Dabei geht es nicht nur um Parteien wie die NPD oder den sogenannten III. Weg, sondern auch um gewaltbereite Kameradschaften. Das „Freie Netz Süd“, welches kürzlich verboten wurde, ist dabei nur ein Beispiel aus der großen Anzahl an Organisationen die grenzüberschreitend zusammenarbeiten.

Ein von der Rosa Luxemburg Stiftung organisierter Vortrag skizziert, welche rechtsextremen Strukturen in den Bundesländern Bayern und Thüringen sowie in Oberösterreich existieren und wie diese zusammenarbeiten. Es wird deutlich, welches Gefahrenpotential hinter den Netzwerken steckt und wie sie aufgestellt sind.

Es referieren Martina Renner (MdB DIE LINKE., Mitglied NSU-Untersuchungsausschuss), Robert Andreasch (AIDA-Archiv München) und Robert Eiter (Antifa-Netzwerk Oberösterreich, Linz). Im Anschluss an den Vortrag findet eine spannende Diskussion mit dem Publikum statt. Denn wer den rechten Terror bekämpfen will, muss seine Mechanismen zuerst sehr gut verstehen

Foto: datenmine on flickr

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