Smart City: Wie funktioniert die Stadt der Zukunft?

Energieautonomie, selbstfahrende Autos, vollautomatische Müllentsorgung – die Smart City soll viele Dinge können, an Ideen fehlt es nicht. Sie soll Probleme wie Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung und Bevölkerungswachstum lösen, und sowohl die Wirtschaft als auch die Verwaltung revolutionieren. Es gibt bereits futuristische Projektstädte wie Songdo in Südkorea und Masdar City im Emirat Abu Dhabi. Diese Planstädte sind allerdings Spezialfälle – in Deutschland geht es eher darum, bereits bestehende Strukturen durch Technologie zu optimieren. Digitalisierung soll genutzt werden, um Städte und deren Systeme intelligent zu steuern. Bauen, Energieversorgung, Sicherheitskonzepte, Leben und Arbeiten – alles wird neu gedacht. Das Stadtleben von morgen erfordert nämlich vor allem eines: interdisziplinäres Zusammenarbeiten der Systeme und Bewohner.

 

Die Fraunhofer Morgenstadt-Initiative

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Die EU hat mit der „European Innovation Partnership on Smart Cities and Communities“ die Thematik auf die Agenda gesetzt. In Deutschland gibt es Formate wie die »Morgenstadt-Initiative« der Fraunhofer-Gesellschaft, die führende Akteure aus der deutschen Industrie, Forschung und Städtelandschaft mit Institutionen wie der EU-Kommission, der Europäischen Investitionsbank oder dem MIT vernetzt.

Im September 2016 feiert in diesem Rahmen ein neues Veranstaltungsformat am Fraunhofer IAO in Stuttgart Premiere: Die Morgenstadt-Werkstatt. Experten, Bürger, Studenten, Start-ups und Unternehmen entwickeln in interaktiven Formaten wie Diskussionsrunden und Kreativ-Workshops einen „Bauplan“ für die Morgenstadt. Die Vorträge und Diskussionen können live und als Podcast auf Voice Republic gehört werden. Bereits vor der eigentlichen Veranstaltung verraten die Teilnehmer in kurzen Interviews, welche Themen in diesem Jahr die Schwerpunkte sind.

 

Mobilität: Für Stau gibt es keinen Platz in einer intelligenten Stadt

Intelligente Verkehrsführung, Elektromobilität und ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sind zentral in jedem Konzept für die Stadt der Zukunft. Oliver Kelkar von MHP – A Porsche Company erklärt, welche Dienste Autohersteller zur Zeit entwickeln, um Auto, Mensch und Infrastruktur zu vernetzen.

 

Zur Vernetzung braucht es vor allem eines: Daten. Wo die herkommen und wie sie für das Verkehrsmanagement genutzt werden können? Das weiß Holger Hochgürtel von INRIX, einer Firma mit dem Ziel die Nutzung von Verkehrsdaten zu revolutionieren.

 

Wird es in der Morgenstadt noch Taxis geben? Alexander Mönch von myTaxi spricht über das Taxi-Konzept der Zukunft.

 

Lebensqualität: Gesundheit, Sicherheit und Verwaltung

Sicherheit im privaten und öffentlichen Leben ist ein wichtiges Thema. Die Polizei Baden-Württemberg sieht sich deshalb in der Verantwortung geeignete Sicherheitskonzepte für die Stadt der Zukunft zu entwickeln.

 

Gerade in Organen der Verwaltung scheint die Digitalisierung bisher eher langsam Einzug zu halten. Damit das nicht so bleibt und auch Verwaltungsprozesse in Smart Cities effizient werden, sammelt der Workshop „Smart City Lab“ Ideen.

Eine Stadt, die ihre Bürger gesünder macht? Ludwigsburg möchte seine Einwohner in Bewegung bringen. Raphael Dahler, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Sport, hat schon jede Menge Ideen.

 

 

Ausblick: …und was ist mit der Privatsphäre in der Smart City?

Viele Funktionalitäten der Smart Cities setzen das Sammeln großer Datenmengen voraus. Die Frage ist: wer hat Zugriff auf diese Daten und wofür dürfen sie genutzt werden? Großkonzerne wie IBM und Microsoft verhandeln dazu bereits mit Regierungen – doch das Mitspracherecht der Bürger darf nicht übergangen werden. Julia Manske and Eva Blum-Dumontet analysierten bei der re:publica 2016 Smart-City-Konzepte daraufhin, ob sie die Privatsphäre des Individuums achten und machen Vorschläge zu rechtlichen Rahmenbedingungen.

Bild: LAVA/Fraunhofer IAO

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