Themenschwerpunkt: Politisches Engagement

Die offene Gesellschaft: Welches Land wollen wir sein?

Zwei epochale Geschehnisse kommen im Herbst 2015 zusammen: die Angriffe des islamistischen Terrorismus und die globalen Flüchtlingsbewegungen. Beides trifft Europa und seine einzelnen Staaten in ihrem Selbstverständnis und in ihrer Identität. Für uns heißt das: Welche Gesellschaft wollen wir sein? Welche Haltung erweist sich als geeignet, um mit den Herausforderungen erfolgreich umzugehen?

Figures of Silence by Pjotr Pawlenski

Gespräch zwischen Oksana Shalygina (künstlerische Mitstreiterin von Pjotr Pawlenski), Dimitiri Dinse (Pawlenskis Anwalt) und dem Hamburger Musiker und Aktivisten Ted Gaier. Pjotr Pawlenski ist seit seiner jüngsten Aktion am 8.November in Moskau in Untersuchungshaft und konnte nicht nach Hamburg kommen.
Die Bilder von Pawlenskis Aktionen gingen um die Welt: Er nähte sich den Mund zu, nagelte sich nackt am Hodensack auf den Roten Platz und schnitt sich auf dem Dach der Botinskij-Psychiatrie ein Ohrläppchen ab. Drastisch und lang geplant sind die Performances, radikal einfach ihr Aufbau. Die Reaktionen der russischen Gerichte, Medien und Öffentlichkeit sind maximal vehement – und als Antworten der Autorität Teil von Pawlenskis Kunst. Anders als viele Künstler in Russland, die von den politischen Entwicklungen im Land und den zunehmenden Repressionen wie überrumpelt wirken, bleibt Pawlenski aktiv.

Really Useful Theatre

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Muss Kunst gesellschaftlich nützlich sein, um einen Wert zu haben? Braucht Theater als Legitimation einen sozialen Auftrag? Oder brauchen wir vielmehr einen Schutz, der Theater und Kunst vor gesellschaftlicher Indienstnahme bewahrt? Die Debatte um die Freiheit und den Nutzen von Kunst bringt Really Useful Theater auf die Bühne und verwandelt das Theater in eine utopische Arena der widerstreitenden Manifeste.

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Patrick Frank: Rede zur Lage der Nation

In einer gesellschaftlichen Gegenwartsdiagnose, die entlang der Begriffe Quantitäten, Populismus und Subversion orientiert ist, versucht Patrick Frank ein Bild unserer aktuellen Gesellschaft zu zeichnen. Er kommt dabei auf einige Konzepte seiner Kunst zu sprechen sowie der Neuen Musik in spätpostmoderner Zeit.

Ist politisches Engagement Pflicht für Künstler?

Was tun? Diese Frage stellt sich angesichts der Flüchtlingspolitik auch den Theaterschaffenden. Doch wenn sie wirklich aktiv werden, stellt sich bald der Staat in den Weg: In Berlin wird eine Aktion zum Europäischen Mauerfall vom Bundestag aus kritisiert und in Hamburg eine Intendantin unter Strafanzeige gestellt. Welche Formen der Einmischung sind möglich, welches Engagement nötig? Wie viel Macht und welche Verantwortung haben Kulturinstitutionen? Welche Gefahren und Schwierigkeiten liegen in der Grauzone zwischen Aktionismus und Kunst? Zum Erfahrungsbericht und Austausch wurden im Rahmen des 2. Berliner Herbstsalons des Maxim Gorki Theaters geladen: Amelie Deuflhard (Kampnagel Hamburg), Stefan Fischer-Fels (Grips Theater / My Right Is Your Right), Shermin Langhoff (Maxim Gorki Theater Berlin / My Right Is Your Right), Matthias Lilienthal (Kammerspiele München) sowie Philipp Ruch (Zentrum für Politischen Schönheit). Moderation: Christine Wahl (Journalistin, Der Tagesspiegel)

Sascha Lobo: Rede zur Lage der Nation

Es geht in dieser Ansprache um den Stand der digitalen Gesellschaft. Es werden auch Themen abseits des Spähskandals angesprochen.

Frauen gegen Krieg: WILPF

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Vor 100 Jahren kamen die 1300 Gründungsmitglieder der „Women’s International League for Peace and Freedom“ erstmals zusammen. In Den Haag protestierten sie gegen den Ersten Weltkrieg. Noch immer sind die Ziele der WILPF, Konflikte aus der Geschlechterperspektive zu analysieren und Abrüstung, Menschenrechte, Umwelt und soziale Gerechtigkeit zu einer ganzheitlichen Friedens- und Sicherheits-Agenda zusammenzuführen.

Auf der Internationalen Konferenz von 2015 ging es darum, das politische Engagement für Frieden aller Frauen weltweit zu vernetzen, zu stärken und zu feiern. Die WILPF äußert radikale Ansätze um Kriege zu stoppen oder zu verhindern und vertritt die Ansicht, dass ein dauerhafter weltweiter Frieden möglich und nötig ist.

 

 

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Bild: Rosa Luxemburg Stiftung auf flickr

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