Von XXX zu Porntube – Digital Porn wird Normalität

Kaum eine Branche profitierte von Anfang an so stark von der Digitalisierung wie die Pornoindustrie. Plötzlich wurden die dunklen Ecken hinter roten Vorhängen in den Videotheken obsolet. Oder sie wurden durch ähnlich schmuddelig wirkende Websites voller Pornografie in allen Farben und Formen ersetzt. An Geschmäckern, Fetischen und Typen kaum zu übertreffen. Doch mit dem massenhaften Aufkommen von Videos, Chats, aber auch immer expliziteren Blogs und Büchern, hat sich auch die Rezeption von eben diesen verändert. Darum drehen sich die folgenden Vorträge und Diskussionen. Aus unterschiedlichen Richtungen beleuchten sie die Entwicklung der Pornoindustrie im Internet, die Emanzipation von Sex-Arbeit und die neue Selbstverständlichkeit von Pornografie.

Beyond Porn: „Sex-Arbeiter sowie Konsumenten emanzipieren sich und verlassen die gesellschaftliche Schmuddelecke.“

Auf der re:publica 2014 ging es um das Thema „Modern Porn“, also um die Öffnung des Genres für völlig neue Konsumentengruppen, wie zum Beispiel Frauen. Plötzlich werden Pornos wie Kinofilme inszeniert, es wird ganz ungeniert über Sexspielzeug und Sexpraktiken auf Blogs gesprochen. Die Industrie entdeckt das weniger schmuddelige, aber dafür auch für Frauen lustbringende Geschäft.

Porn: Why not diversify instead?

Auch ein Jahr später, 2015, beschäftigt das Thema Pornografie die Digital-Experten auf der re:publica. Dieses mal geht es weniger um die Erkenntnis, dass Porn Mainstream geworden ist, sondern eher darum, dass weniger Mainstream vielleicht nicht schlecht wäre. Dabei geht es vor allem um die sexuelle Emanzipation und damit das Darstellen von weniger Stereotypen.

Porntubes: Eine Veranstaltungsreihe des Disruption Network Lab

Porntubes bietet eine Diskussionsplattform für Porn Experten, Unternehmen und kritische Geister der Pornoindustrie. Der Fokus liegt auf der Entwicklung den Onlingeschäfts mit Pornografie und Sexualität. Dabei drehen sich die Diskussionen nicht nur um die bekannten „tube sites“, sondern auch um innovativere Ansätze, wie zum Beispiel das Crowd Sourcing von Pornografie. Dabei geht es ganz unschmuddelig bei diesen schlüpfrigen Themen zu. Denn letzten Endes liegt allen Talks die ernste Frage nach der Emanzipation von Sex-Arbeitern und deren Selbstbestimmung zugrunde.

Foto: bixentro on flickr

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